Blutegel

In zeitgenössischen, ernst zu nehmenden naturheilkundlichen Werken oder in einer Datenbank mit wissenschaftlichen Aufsätzen und Studien werden Blutegel vor allem bei Blutegel Knie

  • Knie- und Daumensattelgelenksarthrose bzw.
  • chronische (Gelenk-/Rücken-)schmerzen
  • Tennisellenbogen
  • venöse Stauung, Lymphstau
  • rheumatoide Arthritis
  • allgemeine Durchblutungsstörungen
  • Zoster-Neuralgien

jedoch werden auch andere Anwendungsbereiche – z. B. in der Unfall-/Plastischen Chirurgie, bei Schmerzsyndromen, Hörsturz u. a. – beschrieben.

Die Behandlung mit Blutegeln gehört zu den ältesten Therapieformen der Menscheitsgeschichte. Während im Mittelalter und in der Neuzeit der Umgang mit den Tieren und ihre Verwendung in allen relevanten medizinischen Lehrbüchern nachzulesen war, führt diese Therapieform seit Ende des 19. Jahrhunderts eher ein Schattendasein. Egel3

Ist diese „blutige“ Therapie nun „vorsintflutlich“ und in der aufgeklärten Medizin nicht mehr angebracht – oder hat sie noch immer ihre Berechtigung?

Was wirkt denn da?

Man weiß heute, dass die Speicheldrüsenzellen des Egels während eines Saugaktes vollständig entleert werden und auf diese Weise mehr als zwanzig verschiedene Speichelproteine in den Körper gelangen. Während der Egel-Wirkstoff „Hirudin“, der die Blutgerinnung hemmt, recht gut erforscht ist, ist über die anderen wirksamen Inhaltsstoffe noch nicht so viel bekannt.

Im Rahmen der Naturheilkunde gehört die Therapie mit Blutegeln zu den sogenannten Ausleitungsverfahren.

4 bis 6 medizinische, speziell für diesen Zweck gezüchtete, gesunde Blutegel werden auf die zu behandelnde Stelle angesetzt. Das Festbeißen der Tierchen wird von manchen Patienten wie das leichte Stechen von Brennesseln beschrieben, das aber nur einen kurzen Moment spürbar ist. Der Saugakt dauert ca. 1 Stunde, gelegentlich auch länger. Im Anschluss kommt es zu einer erwünschten, leichten, aber stetigen Blutung aus der Wunde, die bis zu 24 Stunden anhalten kann. Daher sollte man nach einer Blutegelbehandlung keine anstrengende körperliche Aktivität einplanen. Die Wunde wird mit saugfähigen Materialien gut abgedeckt.

Vereinfacht gesagt, versucht der Therapeut die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen und ihn bei der Ausscheidung  krankheitsverursachender Substanzen zu unterstützen. Dies  kann beispielsweise geschehen indem Schmerz- und Entzündungsmediatoren über die Haut abgesondert werden, das lokale Nervensystem angeregt, Reflexpunkte und -zonen stimuliert und der Bindegewebsstoffwechsel verbessert wird. Die Entgiftungsfunktion der Ausleitungsorgane Niere, Leber, Haut oder Lymphe kann durch Ausleitungsverfahren intensiviert werden.

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Keinesfalls angewandt werden sollte die Blutegeltherapie bei Menschen, die Blutverdünner, wie Acetylsalicylsäure, Marcumar, Phenprocoumon etc. einnehmen, eine ausgeprägte Anämie haben, Patienten, die an einer arteriellen Verschlusskrankheit leiden oder allergisch auf den im Egelspeichel enthaltenen Wirkstoff Hirudin reagieren.

Auch wer zu überschiessender Narbenbildung neigt, ein stark geschwächtes Immunsystem hat oder unter Blutarmut leidet, sollte von einer Behandlung mit Blutegeln Abstand nehmen. Ebenfalls nicht angezeigt ist diese Therapie bei Schwangeren.

Im April 2020 gab es zu diesem Thema auch einen Radio-Podcast bei Bayern2. Nachzuhören hier.

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