Hydrotherapie / Wasseranwendungen

Die Hydrotherapie – Anwendungen mit kalten oder wechselwarmen Güssen, Bädern, Wickeln oder Auflagen – wirkt allgemein positiv auf das Immunsystem, ist stoffwechselanregend und ausscheidungsfördernd und z. B. bei folgenden Erkrankungen oder Befindlichkeitsstörungen sehr hilfreich:

Antriebsschwäche, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Gelenkbeschwerden, Appetitlosigkeit, Fieber, Entzündungen aller Art, Muskelschmerzen, Verdauungsproblemen, Hämorrhoiden u. v. a. m.

Wasser wirkt. Wie kann das sein?

Sebastian Kneipp war verzweifelt. Er hatte sein ganzes Leben hindurch gekämpft, um seinen Traum – Priester zu werden – Wirklichkeit werden zu lassen. Viele, fast unüberwindliche Hindernisse hatte er gemeistert. Und nun, kurz vor dem Ziel, drohte alles umsonst gewesen zu sein, denn er wurde „lungenkrank“ – vermutlich hatte er sich mit  Tuberkulose infiziert. Im Jahr 1846 bedeutete das zumeist Siechtum und einen frühen Tod.

Da fiel ihm das Buch eines Johann Siegemund Hahn in die Hand. Es handelte von den schier unglaublichen Wirkungen kalten Wassers. Kneipp hatte nichts zu verlieren, also probierte er auch dies und wurde gesund. In der Folge erweiterte und vervollkommnete er diese Therapie, und setzte sie bei vielen verschiedenen Erkrankungen ein.

IMG_20170906_174650
Kneipp’sche Gießkanne

Dabei war es hauptsächlich, aber nicht nur das Wasser, mit dem Pfarrer Kneipp therapierte: auch pflanzliche Heilmittel, die richtige Ernährung und seine Aufklärung über eine einfache und gesunde, abhärtende Lebensführung und seelsorgerliche Gespräche waren Teil seiner erfolgreichen Behandlungsstrategie. So erfolgreich, das aus dem Dorf Wörishofen bald schon eine florierende Kurstadt wurde. Bedeutende Persönlichkeiten der damaligen Zeit suchten seinen Rat und seine Behandlung. Sebastian Kneipp und sein Team – zu dem auch approbierte Ärzte gehörten – behandelten an manchen Tagen hunderte Kranke mit Güssen, Wickeln und Auflagen. Vielen Menschen konnte geholfen werden, viele wurden tatsächlich gesund.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet seine Methode in Vergessenheit. Die bunte Werbung der aufkeimenden Pharmaindustrie versprach schnelle Heilung, fast im Vorübergehen. Eine Tablette, einige Tropfen, eine Spritze und „alles ist gut“. Die Menschen kamen immer mehr zu der Überzeugung, dass das beACHTEN der eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnisse nicht so wichtig ist, denn schließlich, so meinte man, ließe sich mit wenig Aufwand ja (fast) alles wieder richten.

Am Ende des 20. Jahrhunderts beginnen immer mehr Menschen zu ahnen, dass dieser Weg in die Irre führt. Die Naturheilkunde erlebt eine Renaissance.

Mir ist es wichtig, dass eine von mir angewendete Therapieform naturwissenschaftlich erklärbar ist. Dass Wirkungen auf Mechanismen beruhen, die für mich nachvollziehbar sind. Und so hat mich auch die Hydrotherapie überzeugt: 

Unsere Haut ist durchsetzt mit Rezeptoren, die Außenreize (z. B. Temperatur, mechanische Einwirkung u. v. a. m.) weiterleiten, so dass Reize in unglaublicher Geschwindigkeit zum zentralen Nervensystem gelangen, dort weiter verarbeitet werden, eine Reaktion auslösen und es in der Folge zu einer Regulation kommt. In Abhängigkeit z. B. vom Ort des Reizes, der Stärke und Dauer kommt es zu einer entsprechenden Reaktion und in der Folge zu einer Regulation. In einfachen Worten: unser Körper ist immer bestrebt, die ordnungsgemäße Funktion aufrechtzuerhalten. Hierbei kann man ihn lenken und unterstützen. Erkennt der Therapeut die zugrundeliegende Ursache einer „Störung“, kann er mit gezielten Reizen eine Wiederherstellung der Ordnung bewirken. Ein Reiz kann vielerlei sein: eine Tablette, ein Tee, eine Akupunkturnadel oder eben auch ein kalter Guss. Das bedeutet also, dass es – je nach Art der Erkrankung – möglich ist z. B. durch kaltes oder warmes Wasser oder auch wechselwarme Anwendungen – dem Körper die Unterstützung zu geben, die er benötigt, um gesund zu werden.

 

HPBorder

Impressum                          Link zur Datenschutzerklärung von WordPress